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Das tapfere kleine Nachtlicht | Gute nacht geschichte kurz

Das tapfere kleine Nachtlicht | Gute nacht geschichte kurz

Das tapfere kleine Nachtlicht

Im Zimmer der kleinen Mia herrschte jeden Abend großes Drama. Sobald das Licht ausging, verwandelte sich ihr gemütliches Reich in ein Reich der Schatten und Schreckgestalten. Angst erfüllte ihr kleines Herz, und Tränen liefen über ihre Wangen.

Ihre Eltern versuchten alles: sanfte Worte, tröstende Lieder, Kuscheltiere in allen Formen. Doch nichts half. Bis eines Tages Oma Sophie eine kleine, unscheinbare Nachtlicht-Wolke an die Wand hängte. “Das ist Lumi”, erklärte sie Mia, “die tapferste Wolke am ganzen Himmel. Sie leuchtet nachts so hell, dass kein Schattenmonster sich traut, ihr nahezukommen.”

Mia betrachtete die Wolke skeptisch. Sie war so klein, wie konnte sie gegen die riesigen Schatten kämpfen? Aber als das Licht ausging und ihr Zimmer dunkel wurde, erstrahlte Lumi in einem sanften, warmen Licht. Es war nicht grell, aber genug, um die furchterregenden Gestalten an den Wänden verschwinden zu lassen.

“Danke, Lumi”, flüsterte Mia und zum ersten Mal seit Wochen schlief sie ohne Angst ein. In ihren Träumen flog sie mit Lumi durch den Sternenhimmel, lachte mit ihr über Wolkenbilder und lernte, dass Licht, egal wie klein, die Dunkelheit immer besiegen kann.

In den folgenden Nächten wurde Lumi Mias Verbündeter. Sie erzählte ihm ihre Ängste, ihre Träume und freute sich über sein stilles Leuchten. Sie lernte, dass die Schatten nur gruselig aussahen, weil sie sie nicht sehen konnte. Wenn Lumi da war, konnte sie erkennen, dass es nur die Gardine im Wind war, der Ast vom Baum vor dem Fenster oder einfach nur die Umrisse ihrer Möbel.

Mit jedem Tag brauchte Mia Lumi weniger. Sie begann, sich im Dunkeln zurechtzufinden, sang sich selbst Mut zu und erinnerte sich an Lumis tapferes Licht. Manchmal hatte sie noch Angst, aber dann dachte sie an mutige Lumi und wusste, dass sie selbst auch mutig sein konnte.

Eines Nachts fiel der Strom aus, und das ganze Haus war dunkel. Mia erschrak, aber dann erinnerte sie sich an Lmis Worte: “Licht kann überall sein, auch in dir.” Sie schloss die Augen und stellte sich ihr Herz als eine leuchtende Sonne vor, die die Dunkelheit in ihrem Zimmer vertrieb.

Als der Strom wiederkam, sah sie Lumi an und lächelte. “Danke, dass du mir gezeigt hast, wie tapfer ich sein kann”, sagte sie. Von da an brauchte sie Lumi kaum noch. Sie wusste, dass ihre eigene innere Kraft sie durch die Dunkelheit führen würde.

Und so wurde aus der kleinen Mia, die Angst vor der Dunkelheit hatte, ein mutiges Mädchen, das wusste, dass Licht und Tapferkeit in jedem von uns wohnen, egal wie klein und unscheinbar sie auf den ersten Blick scheinen. Und vielleicht erinnert sich ja auch der eine oder andere Leser, wenn er mal Angst vor der Dunkelheit hat, an die kleine Wolke Lumi und die kleine Mia und erkennt, dass auch er selbst das Licht hat, um die Schatten zu vertreiben.

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