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Das Nachtorchester | Gute nacht geschichte kurz

Das Nachtorchester

In dem Moment, in dem die Sonne hinter den Hügeln verschwand, verwandelte sich der Garten hinter Omas Haus in ein Konzertsaal unter freiem Himmel. Die Sterne erwachten wie Scheinwerfer, während der Mond zum Dirigenten mit sanftem Silberlicht wurde. Dann begann das magische Nachtkonzert.

Die Grillen waren die Ersten, die ihre Violinen stimmten. Ihre zirpenden Melodien woben sich harmonisch ineinander, die Rhythmen ein sanftes Trommeln auf den Blättern. Dann gesellten sich die Frösche dazu, ihre tiefen Bässe summten wie Kontrabässe durch den Garten.

Glühwürmchen schwangen als leuchtende Lampions durch die Luft, ihre sanften Lichter im Takt der Musik aufblitzend. Käfer trommelten mit ihren Beinchen auf Baumrinde, und die Eulen sangen ihre geheimnisvollen Arien vom hohen Ast aus.

Sogar die Bäume nahmen am Orchester teil. Ihre Blätter raschelten im Wind wie Streicher, und ihre Äste creakten im Takt wie ein riesiger Kontrabass. Der Wind selbst blies auf den Schilfhalmen Flöte, und die Sterne funkelten wie Millionen Streichhölzer, die den Dirigentenstab des Mondes begleiteten.

Oma Emma saß auf ihrer Veranda und lauschte dem Nachtkonzert. Sie schloss die Augen und ließ sich von den Klängen davontragen. Sie sah tanzende Elfen im Mondschein, hörte Geschichten von mutigen Maulwürfen und träumte von fliegenden Eichhörnchen.

Die Melodien erzählten Geschichten von schlafenden Blumen, schlaftrunkenen Hasen und träumenden Sternen. Sie sprachen von der Schönheit der Nacht, dem Zauber der Dunkelheit und der Ruhe, die die Welt einhüllte.

Als die erste Sonnenröte den Himmel färbte, verhallte langsam das Nachtkonzert. Die Musiker verabschiedeten sich mit einem letzten sanften Summen und verschwanden wieder in ihren Verstecken. Der Garten ruhte in stiller Vorfreude auf das nächste abendliche Konzert.

Am nächsten Tag erzählte Oma Emma ihrer Enkelin Mia von dem magischen Konzert. Mia lächelte und flüsterte: “Heute Nacht, Oma, werde ich ganz leise sein und genau hinhören. Vielleicht entdecke ich ja auch die Musiker des Nachtorchesters.”

Und in der Tat, als die Sterne am Himmel aufleuchteten, lauschte Mia gespannt. Und siehe da, sie hörte das leise Kreischen der Grillen, das tiefe Summen der Frösche und das Rascheln der Blätter im Wind. In diesen Nachtgeräuschen erkannte sie die Melodien des Nachtkonzerts, und für sie wurde der Garten lebendig, erfüllt von Musik und Magie.

So lernte Mia, dass die Nacht nicht still war, sondern voller Klänge, Geschichten und Wunder. Und so oft sie auch danach lauschte, entdeckte sie neue Melodien und Geschichten im Nachtkonzert der Natur.

 

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