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Das Geschenk des Traumfängers | Gute nacht geschichte kurz

Das Geschenk des Traumfängers

Im Herzen eines kleinen Dorfes wohnte die Webmeisterin Maya. Sie webte nicht etwa Teppiche oder Kleider, sondern Träume. Aus silbernen Mondfäden und federleichten Sonnenstrahlen fertigte sie die feinsten Traumblätter an, die nachts über den Betten der Kinder hingen. Aber so schön die Träume auch waren, manchmal schlichen sich auch dunkle Schatten und böse Albträume durch die Fenster.

Eines Nachts wachte die kleine Clara schreiend auf. Ein furchterreglicher Traummonster hatte sie verfolgt. Maya, die die Schreie hörte, eilte zu Claras Bett und sah die Angst in ihren Augen. Da erklärte sie ihr das Geheimnis der Traumfänger.

“Diese kreisförmigen Netze mit schönen Perlen”, sagte Maya, “sind keine einfachen Dekorationen. Sie fangen die bösen Träume ein, wie Spinnen ihre Beute. Die schönen Perlen lenken die guten Träume hindurch, während die schlechten sich im Netz verfangen und im Morgenlicht verschwinden.”

Clara war fasziniert. Maya schenkte ihr einen Traumfänger mit bunten Federn und glitzernden Steinchen. In dieser Nacht schlief Clara friedlich. Der Traumfänger fing den Albtraum ein, der sich als furchtsamer Schatten im Netz verfing. Am Morgen war nur noch ein leichter Nebel übrig, der mit den ersten Sonnenstrahlen verschwand.

Clara erzählte allen im Dorf von der Magie der Traumfänger. Maya begann, für alle Kinder im Dorf wunderschöne Traumfänger zu weben. Jedes war einzigartig, mit Federn von Eulen, die Weisheit symbolisierten, Bändern in Regenbogenfarben für Hoffnung und kleinen Mondsteinen für süße Träume.

Doch eines Nachts erschien ein riesiger Albtraum, schwarz und voller Zähne. Er war zu groß für die einzelnen Traumfänger und drohte, den Schlaf aller Kinder zu rauben. Die Kinder waren verzweifelt. Aber Clara erinnerte sich an Mayas Worte: “Ein Netz ist am stärksten, wenn viele Fäden es gemeinsam weben.”

Da nahmen alle Kinder ihre Traumfänger und verbanden sie miteinander. So entstand ein riesiges Netz, das den bösen Traum umhüllte. Die Federn flatterten, die Bänder leuchteten und die Steinchen strahlten so hell, dass der Albtraum sich ängstlich zurückzog und schließlich ganz verschwand.

Von da an wussten die Kinder, dass ihre Traumfänger nicht nur Schmuck waren, sondern Symbole der Hoffnung und des Zusammenhalts. Sie beschützten sie nicht nur vor Albträumen, sondern erinnerten sie auch daran, dass selbst die dunkelsten Schatten durch gemeinsame Kraft besiegt werden können. Und so schliefen sie jede Nacht friedlich unter dem Schutz ihrer Traumfänger, die ihnen wunderschöne Träume und die Gewissheit schenkten, dass sie nie allein im Dunkeln waren.

Vielleicht hängt ja auch über deinem Bett ein Traumfänger. Erinnere dich an seine Geschichte und wisse, dass er nicht nur böse Träume fängt, sondern auch deine Hoffnung hütet und dir zeigt, dass die schönsten Farben erst leuchten, wenn wir sie gemeinsam erschaffen.

 

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